Quellenangaben und Erläuterungen

Kapitelbeschreibung

I. Infektiöse und parasitäre Krankheiten
II. Neubildungen
III. Endokrinopathien, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Störungen im Immunitätssystem
IV. Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe
V. Psychiatrische Krankheiten
VI. Krankheiten des Nervensystems und der Sinnesorgane
VII. Krankheiten des Kreislaufsystems
VIII. Krankheiten der Atmungsorgane
IX. Krankheiten der Verdauungsorgane
X. Krankheiten der Harn- und Geschlechtsorgane
XI. Komplikationen der Schwangerschaft, bei Entbindung und im Wochenbett*
XII. Krankheiten der Haut und des Unterhautzellgewebes
XIII. Krankheiten des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes
XIV. Kongenitale Anomalien
XV. Bestimmte Affektionen, die ihren Ursprung in der Perinatalzeit haben
XVI. Symptome und schlecht bezeichnete Affektionen
XVII. Verletzungen und Vergiftungen

* Durch die statistische pharmakoepidemiologische Zuordnung bei ATC-ICD können auch Fehlzuweisungen auftreten, wie im Fall von Kapitel 11 – Komplikationen in der Schwangerschaft ersichtlich ist.

ATC-ICD

Das Projekt „ATC-ICD“¹ ist ein statistisches Verfahren, bei welchem in einem 1. Schritt auf Basis von Krankenhausdiagnosen, Arbeitsunfähigkeitsdiagnosen und Arzneimitteln, die von den Anspruchsberechtigten in einem definierten Zeitraum um diese Ereignisse (Krankenhausaufenthalte, Arbeitsunfähigkeitsperioden) bezogenen wurden, Zuordnungswahrscheinlichkeiten zu Diagnosen errechnet werden. Im 2. Schritt werden diese Zuordnungswahrscheinlichkeiten auf die Rezeptdaten aller Personen, die Leistungen der sozialen Krankenversicherung in Anspruch genommen haben, implementiert und so die Prävalenzen geschätzt. Grundlage der Berechnungen bildet die GAP-DRG 2006/2007. Die GAP-DRG (Grundlagenforschung für ambulante, personenbezogene Diagnoses related Groups) ist eine Forschungsdatenbank des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, die der Methodenentwicklung dient. Sie enthält Abrechnungsdaten aller gesetzlichen Krankenversicherungsträger sowie die Diagnosedaten von Krankenhausaufenthalten und Krankenständen der Jahre 2006 und 2007.

¹ GAP-DRG (Grundlagenforschung für ambulante, personenbezogene Diagnoses related Groups), Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Cut-Off-Punkt

ATC-ICD ist ein mehrstufiges Verfahren, dass auf der Berechnung von Zuordnungswahrscheinlichkeiten von Diagnosen (ICD) zu Arzneimitteln (ATC) beruht und letztlich für jede Person anhand der von ihr bezogenen Arzneimittel die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der zu untersuchenden Erkrankung ermittelt. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt für jedes Individuum einen Wert zwischen 0 und 100 Prozent an.

Für die Berechnung der Prävalenz muss nun festgelegt werden, ab welcher Wahrscheinlichkeit, also mit welchem Maß der Sicherheit, eine Person erkrankt sein muss, damit sie in der Prävalenzschätzung als krank klassifiziert wird – es muss der sogenannte Cut-Off-Punkt (Schwellenwert) bestimmt werden.

So fließen z.B. bei einem Cut-Off-Wert von 0,75 nur jene Personen als Kranke in die Prävalenzschätzung ein, bei denen zumindest eine 75%ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie an der zu untersuchenden Erkrankung leiden. Um zu erheben, inwieweit sich die Anzahl der Betroffen bei Erhöhung des Cut-Off-Punktes verändert, wurde dieser in den Auswertungen von 75% ausgehend, schrittweise um 5% erhöht. Diese Ergebnisse sind im Balkendiagramm (Bundesländer, Cut-Off-Punkte) gesondert dargestellt.

Dieser Cut-Off-Punkt ist pro Person zu jeder einzelnen Diagnose in einem Quartal angegeben. Da die Ergebnisse aggregiert dargestellt werden (Altersklassen, ICD-9-Kapitel, gesamtes Jahr 2007) müssen die Zuordnungswahrscheinlichkeiten ebenfalls aggregiert werden. Zuerst wird die Wahrscheinlichkeit pJahr einer Person berechnet, in einem Jahr die entsprechende Diagnose zu haben, mittels:

Danach wird die Wahrscheinlichkeit auf das Kapitel hochgerechnet, mittels

für alle ICD-9-Diagnosen in dem jeweiligen Kapitel. Für diese hochgerechnete Wahrscheinlichkeit wird geprüft ob sie über dem Cut-Off-Punkt liegt.

Rohe ODER altersstandardisierte Erkrankungsraten

Ob die erhobene Anzahl der erkrankten Personen als rohe Rate (normiert) oder standardisiert werden muss, hängt von der epidemiologischen Fragestellung ab.

Soll die Krankheitsverteilung, z.B. zur Feststellung des Versorgungsbedarfs, beschrieben werden, so können durch die Berechnung roher Raten aussagekräftige Informationen gewonnen werden.

Sollen hingegen Vergleiche zwischen verschiedenen Regionen oder im Zeitverlauf angestellt werden, so muss allfälligen Strukturunterschieden der zu untersuchenden Bevölkerungen durch Standardisierung Rechnung getragen werden.

Rohe Erkrankungsraten (Normierung)

Die Anzahl der erkrankten Personen wird auf die Anzahl der Bewohner innerhalb eines Geschlechtes und/oder einer Altersklasse und/oder eines Bundeslandes bezogen. Als Bezugspopulation wird die dieser Betrachtungsklasse entsprechende Wohnbevölkerung der Statistik Austria zu Jahresbeginn 2007 herangezogen und pro 10.000 Einwohner betrachtet.

Alters- und Geschlechtsstandardisierung

Die Auswertungen erfolgen nach den Geschlechtern getrennt. Für die direkte Altersstandardisierung wird der Bevölkerung, die untersucht werden soll, die Altersstruktur einer Referenzpopulation (Standardpopulation) unterstellt, indem die altersspezifischen Erkrankungsraten entsprechend dem Altersaufbau der gewählten Referenzpopulation gewichtet werden. Hierbei wird eine direkte Standardisierung auf die "Alte" Europa-Standard-Bevölkerung“ aus dem Jahr 1976 angewandt. Hierbei wird folgende Berechnung durchgeführt:

Die dabei berechnete Anzahl prävalenter Personen ist zwar aggregiert, aber beispielsweise bei der Kartendarstellung immer noch in 3 Altersklassen und die beiden Geschlechter unterteilt. Die gesamte EU-Standardbevölkerung umfasst 200.000 Personen. Dadurch, dass die Summen nur auf das jeweilig geforderte Aggregat angewandt werden (Altersklasse 0–19, 20-60, 60plus) ist die berechnete Anzahl an erkrankter Personen nicht auf die vollständige Klasse der 200.000 Personen bezogen, sondern auf die entsprechende Teilmenge, z.B. der 0–19 Jährigen, etc. Um es einheitlich vergleichen zu können wird die standardisierte Zahl pro 10.000 Einwohner in der Standardbevölkerung angegeben.

Auswertungszeitraum

2007

Quellen

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-who/historie/icd-vorgaenger/icd-9/icd-9-das.htm, letzter Zugriff: 07.09.2016

Datenquelle ATC-ICD: GAP-DRG (Grundlagenforschung für ambulante, personenbezogene Diagnoses related Groups), Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.